Gegen das Vergessen

Vorwort

Fotografie der Tötungsanstalt Hadamar mit rauchendem Schornstein 1941. Foto: GedenkstÀtte Hadamar, Sammlung FS 4

„Die […] unheilbar Blödsinnigen […] haben weder den Willen zu leben noch zu sterben. […] Ihr Leben ist absolut zwecklos […]. FĂŒr ihre Angehörigen wie fĂŒr die Gesellschaft bilden sie eine furchtbar schwere Belastung. Ihr Tod reißt nicht die geringste LĂŒcke […].“

Das folgende Zitat des Juristen Karl Bindung aus seinem fĂŒr die NS- Ideologie maßgeblichen Werk „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens. Ihr Maß und ihre Form“ veranschaulicht den zentralen Gedanken der nationalsozialistischen Ideologie, der besagte, dass das Leben von Menschen mit körperlichen und psychischen Erkrankungen wĂ€hrend der Herrschaft des Nationalsozialismus als „unwert“ und „minderwertig“ angesehen wurde. Als Folge davon initiierten die Nationalsozialisten einen systematischen Massenmord, der Tausende von Kindern und spĂ€ter auch Erwachsene betraf.

Die Frage, wie unsere Gesellschaft mit Menschen mit Behinderungen umgeht, die potenziell von sozialer Ausgrenzung bedroht sind, ist von entscheidender Bedeutung in unserer heutigen Zeit. Diskriminierung gegenĂŒber Menschen mit Behinderungen tritt in verschiedenen Lebenssituationen verstĂ€rkt auf. Daher ist es Ă€ußerst relevant, dieses Thema ausfĂŒhrlich zu diskutieren. Unsere BroschĂŒre widmet sich genau dieser wichtigen Thematik und beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieses gesellschaftlichen Anliegens. Es ist grundlegend zu verstehen, was der Begriff bedeutet, um sich eingehender mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Der Begriff „Euthanasie“ leitet sich aus den altgriechischen Wörtern „eu“ (gut) und „thanatos“ (Tod) ab.

Selbst in der heutigen Zeit sind Behinderungen und psychische Erkrankungen von gesellschaftlichen Tabus und Vorurteilen umgeben. WĂ€hrend der nationalsozialistischen Diktatur wurde die körperliche und geistige Gesundheit des deutschen Volkes zu einem politischen Ideal erhoben, was zu schweren Verbrechen gegen Menschen mit Behinderungen fĂŒhrte. Scham und Furcht hinderten viele daran, sich mit diesen dunklen Kapiteln auseinanderzusetzen.

Stolperstein fĂŒr Lilli Antonia Hoppe in der Augartenstr. 74

Es gab keine effektiven Interessenvertretungen fĂŒr Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Politische Parteien und Organisationen, mit Ausnahme der Kirche, engagierten sich kaum fĂŒr ihre Anliegen. Es fehlte an einer Vernetzung zwischen Betroffenen und ihren Familien, und die Gesellschaft zeigte wenig SolidaritĂ€t oder Interesse am Leben und Schicksal dieser Menschen. Bedauerlicherweise hat sich diese Grundhaltung bis heute nur wenig geĂ€ndert, trotz der Anerkennung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen im Jahr 2008.

In dieser BroschĂŒre möchten wir nicht nur ĂŒber die dunklen Kapitel der Geschichte informieren, sondern auch ein Bewusstsein schaffen. Die AufklĂ€rung ĂŒber die grausamen Ereignisse der nationalsozialistischen Euthanasie ist von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass diese schrecklichen Taten nie vergessen werden. Es ist unsere Verantwortung, die Erinnerung an die Opfer am Leben zu erhalten und gleichzeitig das Bewusstsein fĂŒr die Herausforderungen zu schĂ€rfen, mit denen Menschen mit Behinderungen heute konfrontiert sind.

Wir setzen uns dafĂŒr ein, dass die Opfer nicht vergessen werden und dass wir als Gesellschaft gemeinsam fĂŒr eine inklusive und gerechte Zukunft eintreten.

Stolperstein fĂŒr Friederike Wild, Almenstr. 18

Der Weg zur nationalsozialistischen „Euthanasie“ durch das Gesetz zur VerhĂŒtung erbkranken Nachwuchses

Werbebild des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP (Volk und Rasse Jg. 1936)

„Die Rechtsgrundlage fĂŒr die Zwangssterilisation bildet das sogenannte Gesetz zur VerhĂŒtung erbkranken Nachwuchses (GzVeN), das am 14. Juli 1933 vom Kabinett beschlossen wurde.“

In diesem Gesetz steht die BekĂ€mpfung von Erbkrankheiten im Vordergrund, welche fĂŒr die Nationalsozialisten von großer Bedeutung war. Etwa 400.000 Menschen wurden zwangssterilisiert, wobei die Folgen des Eingriffs in Form von TodesfĂ€llen bei geschĂ€tzten 5.000 Personen, vorwiegend Frauen, auftraten. BerĂŒcksichtigt man das genannte Sterilisationsgesetz, so wird deutlich, dass das GzVeN an den Vorstellungen aus der Weimarer Republik und den preußischen Entwurf von 1932 anknĂŒpft. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Gesetzen besteht. Eine der wesentlichen Verschiedenheiten zwischen beiden Gesetzen ist, dass das Sterilisationsgesetz der Nationalsozialisten im Vergleich zu dem preußischen Entwurf ein Zwangsgesetzt war. WĂ€hrend der Preußische Landesgesundheitsrat die DurchfĂŒhrung der Sterilisation noch von der Zustimmung des Betroffenen abhĂ€ngig machen wollte, verfĂŒgte § 12 des GzVeN ausdrĂŒcklich, dass der Eingriff auch gegen den Willen des Unfruchtbarzumachenden auszufĂŒhren sei.

Im Folgenden wird § 1 des Gesetzes zur VerhĂŒtung erbkranken Nachwuchses dargestellt:

(1) Wer erbkrank ist, kann durch chirurgische Eingriffe unfruchtbar gemacht werden (sterilisiert) werden, wenn nach den Erfahrungen der Ă€rztlichen Wissenschaft mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist, dass seine Nachkommen an schweren körperlichen oder geistigen SchĂ€den leiden werden.

(2) Erbkrank im Sinne dieses Gesetzes ist, wer an einer der folgenden Krankheiten leidet:

  • angeborenem Schwachsinn,
  • Schizophrenie,
  • zirkulĂ€rem (manisch-depressivem) Irresein,
  • erblicher Fallsucht
  • erblichem Veitstanz (Huntingtonsche Chorea),
  • erblicher Blindheit
  • erbliche Taubheit
  • schwerer erblicher körperlicher Missbildung.

(3) Ferner kann unfruchtbar gemacht werden, wer an schwerem Alkoholismus leidet

Ab 1939 wurden sie ermordet: Kinder mit Down-Syndrom, die sich in öffentlichen Anstalten befanden

„Auf den ersten Blick suggeriert die Formulierung „kann unfruchtbar gemacht werden“ in § 1 des Gesetzes, dass die Sterilisation einen freiwilligen oder fakultativen Charakter hatte. Dies war jedoch keineswegs der Fall“. Diese Annahme beruht auf dem Gesetzeskommentar, der besagt, dass es möglich war, einen Menschen, der an einer dieser Krankheiten litt, zur Sterilisation zu verurteilen, selbst wenn es in seiner Familie keine anderen KrankheitsfĂ€lle gab.

Stolperstein fĂŒr Karl Johann Gaisbauer, Fischerstraße 43

Krankheitsbilder, die als „Erbkrankheiten“ determiniert wurden, waren medizinisch weder gesichert noch abgeklĂ€rt. Die Absicht des Gesetzes war es, als staatliche FĂŒrsorgemaßnahme kranke (Erb-) Anlagen zu vernichten. Demzufolge hatte das Erbgesundheitsgericht die Aufgabe, ĂŒber die Sterilisation eines Menschen zu entscheiden, wenn ihm ein schriftlicher Antrag auf Unfruchtbarmachung vorgelegt wurde, welchen der Unfruchtbarzumachende selbst, sein gesetzlicher Vertreter oder aber – was in der Praxis ĂŒblicher war – der Leiter des zustĂ€ndigen Gesundheitsamtes oder ein anderer beamteter Arzt stellen konnte, das Gericht tagte dabei unter Ausschluss der Öffentlichkeit. DarĂŒber hinaus hatte das Gericht die Erlaubnis, sowohl SachverstĂ€ndige als auch Zeugen anzuhören und den Unfruchtbarzumachenden untersuchen zu lassen. Falls der Unfruchtbarzumachenden nicht zur Verhandlung erschien, konnte das Gericht seine polizeiliche VorfĂŒhrung anordnen. Ärzte, die als Zeugen oder SachverstĂ€ndige vernommen wurden, waren verpflichtet auszusagen und konnten sich nicht auf das Berufsgeheimnis berufen, unabhĂ€ngig davon, ob es sich um Informationen handelte, die unter das Schweigepflichtgesetz fielen.

„Rassenhygienisches“ Propagandabild der 1930er Jahre

Die damalige Umsetzung der Zwangssterilisierung in Deutschland endete mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, eine Rehabilitation der Opfer blieb jedoch in weiter Ferne. Erst in den 1980er Jahren hatten zwangssterilisierte Menschen in der Bundesrepublik die Möglichkeit, eine einmalige Beihilfe von 5.000 DM zu beantragen. Ab 1999 standen allen Betroffenen monatliche Rentenzahlung in Höhe von 100 DM zu. Nur Betroffene, welche bis zum Zeitpunkt der Ermordung ihres Elternteils noch nicht das volljĂ€hrige Alter erreicht hatten, waren aufgrund eines Versorgungsanspruchs anspruchsberechtigt. Jedoch kam diese Hilfe fĂŒr den Großteil der zwangssterilisierten Personen zu spĂ€t.

Von der Stigmatisierung zur SolidaritĂ€t: Wie können GedenkstĂ€tten die Akzeptanz und Inklusion fördern? – Die GedenkstĂ€tte in Hadamar als Beispiel fĂŒr die Aufarbeitung

Anlieferung von Euthanasieopfern mit den „grauen Bussen“ im Rahmen der Aktion T4

Das vorrangige Ziel der „Euthanasie“-GedenkstĂ€tten ist es, durch die Bewahrung des historischen Ortes die Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Krankenmorde wachzuhalten und ihnen zu gedenken. Die baulichen Überreste der ehemaligen Tötungsanstalten stehen zwar im Mittelpunkt der GedenkstĂ€tten als Mahn- und Erinnerungsorte, werden jedoch durch zusĂ€tzliche Elemente wie Ausstellungen, Dokumentationen, Namenstafeln, OpferbĂŒcher, Kunstwerke und Gedenkkreuze ergĂ€nzt.

Es soll sichergestellt werden, dass GedenkstĂ€tten als multifunktionale Lehrorte agieren, um Besuchern eine klare Verbindung zwischen dem Gedenkbereich und den Dokumentationen der begangenen Verbrechen in Form einer permanenten Ausstellung zu vermitteln. ZusĂ€tzlich obliegt es den GedenkstĂ€tten, den Besuchergruppen, welche oftmals aus dem schulischen Umfeld stammen, eine pĂ€dagogische Betreuung wĂ€hrend des Besuchs zu gewĂ€hrleisten. Hierbei kommt den Hinterbliebenen der Opfer eine besondere Rolle zu. Im Gegensatz zu GedenkstĂ€tten, die auf dem Platz ehemaliger Konzentrationslager errichtet wurden, stellen die „Euthanasie“ – GedenkstĂ€tten eine junge Institution dar.

Dies ist insbesondere auf das langjĂ€hrige Fehlen gesellschaftlichen Interesses an den Opfern zurĂŒckzufĂŒhren, welches erst in den 1980er Jahren eine Wende erfahren hat. Im Verlauf des Nationalsozialismus ĂŒbernahm die T4 – Organisation insgesamt sechs Anstalten, welche gerĂ€umt und mit Einrichtungen zur Ermordung der Opfer ausgestattet wurden. Eine dieser Anstalten befand sich in Hadamar.

Stolperstein fĂŒr Johann Faulhaber, T4 (gegenĂŒber T3, 14)

„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch kĂŒnftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen.“

Bei genauer Betrachtung des genannten Zitats des ehemaligen BundesprĂ€sidenten Roman Herzog wird deutlich, dass das Erinnern und das Bewusstsein fĂŒr die Geschehnisse und Folgen des Nationalsozialismus von immenser Bedeutung sind und niemals in Vergessenheit geraten dĂŒrfen. Es ist von essenzieller Bedeutung, das Wissen und die AufklĂ€rung ĂŒber diese Ereignisse fĂŒr kĂŒnftige Generationen zu bewahren, um sowohl das VerstĂ€ndnis fĂŒr die Vergangenheit zu fördern als auch zur Verhinderung Ă€hnlicher Ereignisse in der Zukunft beizutragen.

Besonders im Kontext des „Euthanasie“ – Verbrechens dient die GedenkstĂ€tte in Hadamar als Erinnerungsort fĂŒr die Opfer und Verfolgten des Nationalsozialismus. Diese Gedenkform soll nun anhand der genannten GedenkstĂ€tte deutlich gemacht werden.

Blick auf den rauchenden Schornstein des Krematoriums in Hadamar

In der damaligen Tötungsanstalt Hadamar, wurden von 1941 bis 1945 fast 15.000 Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen ermordet, dazu gehörten sowohl Junge und Alte als auch Frauen, MÀnner und Kinder.

Seit dem Jahr 2005 verfĂŒgt die GedenkstĂ€tte ĂŒber eine Opferdatenbank, die Auskunft darĂŒber gibt, welche Verlegungswege der Patienten bekannt sind, zu welchem Zeitpunkt sie verstorben sind und ob möglicherweise Patientenakten vorliegen. Diese Datenbank hat dazu beigetragen, dass das Interesse an den Schicksalen der Patienten erheblich gestiegen ist. Im Kontext dessen ist es von besonderer Bedeutung, auf ein nachfolgendes UnterstĂŒtzungsangebot aufmerksam zu machen, welches speziell fĂŒr Angehörige der Opfer eingerichtet wurde. Eine der angebotenen UnterstĂŒtzungsmöglichkeiten ist beispielsweise ein freiwilliges, persönliches GesprĂ€ch mit den Hinterbliebenen der Opfer. Es erscheint zunĂ€chst plausibel anzunehmen, dass die GedenkstĂ€tte ein UnterstĂŒtzungsangebot anbietet, betrachtet man jedoch die Reaktionen der Angehörigen wĂ€hrend der GesprĂ€che zeigt sich, dass die Idee solch ein Angebot anzubieten, ein bedeutender Schritt mit einer positiven Wirkung fĂŒr die Angehörigen der Opfer war.

Im Folgenden wird nĂ€her auf die GefĂŒhle und Reaktionen der Angehörigen wĂ€hrend einem persönlichen GesprĂ€ch eingegangen.

„Man spĂŒrt, dass sich in den Familienangehörigen viel Hilflosigkeit, Trauer Fassungslosigkeit und manchmal auch Wut ĂŒber Jahre oder auch Jahrzehnte angestaut hat“.

FĂŒr diese Annahme lassen sich mehrere GrĂŒnde anfĂŒhren. Zum einen steht der Verlust zu dem geliebten Menschen im Vordergrund, die Angehörigen verspĂŒren vielerlei Emotionen, mit denen sie wĂ€hrend der persönlichen GesprĂ€che konfrontiert werden. Im Zuge der GesprĂ€che offenbarten die Angehörigen ein GefĂŒhl von Zufriedenheit und Erleichterung, das durch den Austausch mit Außenstehenden sowie das Teilen persönlicher Gedanken entstand. DarĂŒber hinaus erhielten sie kompetente Antworten auf ihre Fragen und das bestehende Schweigen innerhalb der eigenen Familie wurde thematisiert, wobei gemeinsam versucht wurde, dieses zu ĂŒberwinden.

Zusammenfassend lĂ€sst sich feststellen, dass die GedenkstĂ€tte in Hadamar einen bedeutenden Beitrag dazu geleistet hat, dass das „Euthanasie“-Verbrechen im Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit gerĂ€t. Insbesondere durch die Einbindung von Familienangehörigen der Opfer und die folgenden GesprĂ€che wurde deutlich, dass bis heute zahlreiche Fragen bestehen, die unbedingt beantwortet werden mĂŒssen, um die Vergangenheit angemessen zu verarbeiten. Es ist dabei von großer Bedeutung, den Angehörigen die gebĂŒhrende Aufmerksamkeit zu schenken, da ihre emotionalen BedĂŒrfnisse oft noch unzureichend berĂŒcksichtigt werden. Diese Erkenntnisse wurden insbesondere wĂ€hrend der GesprĂ€che deutlich.

Vom Schweigen zu ErzĂ€hlungen: Wie haben Überlebende und ihre Familien zur Gestaltung der Gedenkkultur beigetragen?

„Denn fĂŒr und in der Welt hat nur das Bestand, was mitteilbar ist. Das Nichtmitgeteilte, das, was niemanden erzĂ€hlt wurde und auf niemanden Eindruck machte, das, was nirgends eingeht in das Bewusstsein der Zeiten und ohne Bedeutung in dem dumpfen Chaos des unbestimmten Vergessens versinkt, ist verdammt zur Wiederholung; es wiederholt sich, weil es, obwohl wirklich geschehen, in der Wirklichkeit keine Bleibe gefunden hat“.

Erst mit dem Verstummen der Opfer wird es möglich, den Fokus von ihnen abzuwenden und eher MitgefĂŒhl mit den TĂ€tern als mit den Opfern zu empfinden. Das Schweigen sowohl der Ermordeten als auch der Überlebenden lĂ€sst Raum fĂŒr Interpretationen ihrer individuellen LebensrealitĂ€ten. Unsere angstvollen, distanzierten und mitleidigen Blicke bleiben dabei jedoch oft hinter der Perspektive der Betroffenen zurĂŒck und vermag es selten, ihr Empfinden zu reflektieren. Angesichts der LĂŒcke, die sich zwischen der Gesellschaft und den Opfern aufgetan hat, ist es unabdingbar, unsere Aufmerksamkeit nunmehr vermehrt auf die Familien der Opfer zu richten. HierfĂŒr sprechen verschiedene GrĂŒnde: Zum einen bietet sich der Gesellschaft dabei die Möglichkeit, die Opfer der NS – „Euthanasie“ nicht allein auf ihre Erkrankungen und Behinderungen zu reduzieren, wie es die TĂ€ter machten, sondern sie in all ihren Facetten und vielfĂ€ltigen LebensrealitĂ€ten zu wĂŒrdigen. Ein weiterer Faktor liegt darin begrĂŒndet, dass der innerfamiliĂ€re Umgang mit den Taten und den Opfern im Besonderen wertvolle Hinweise darauf liefert, welche Herausforderungen und Chancen sich uns im Umgang mit der Vergangenheit im Kontext psychisch und geistig behinderter Personen offenbaren. Die Blickwinkel der Betroffenen im familiĂ€ren Umgang mit den begangenen Verbrechen sind auch von den umgebenden sozialen Gegebenheiten geprĂ€gt.

In diesem Zusammengang ist ebenso der juristische Umgang sowie die langjĂ€hrige gesellschaftliche Ignoranz mit einzubeziehen. Es ist von besonderer Wichtigkeit zu erwĂ€hnen, dass das Streben nach sozialer Anerkennung und gesellschaftlich – politischer WĂŒrdigung ein zentrales Anliegen darstellt, welches hervorgehoben werden sollte. Jene Charakteristika, nĂ€mlich Offenheit, Empathie, Akzeptanz, welche seitens der Mehrheitsgesellschaft unabdingbar sind, erfordern einen unmittelbaren sowie angstfreien Blick in den Spiegel. Die Rolle von Zeitzeugen ist unerlĂ€sslich, ihre Erfahrungsberichte und Erinnerungen tragen dazu bei, dass sich die Gesellschaft der Verantwortung und der Konsequenzen solcher Taten bewusst wird und sich damit auseinandersetzt, zudem können Zeitzeugen wertvolle Einsichten liefern, um Ă€hnliche Ereignisse in der Zukunft zu verhindern.

„Dann sind die BĂŒcher da, dann sind die Dokumente da. Etwas muss unbedingt bleiben. Es bleiben die Erinnerungsorte, das muss wirken“.

Jene Worte stammen von Éva Fahidi, einer Überlebenden des Holocaust, auf einer kleinen BĂŒhne in Berlin vorgetragen. Durch ihr Auftreten appelliert sie an die Gesellschaft, die Erinnerung an vergangene Geschehnisse nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, selbst fĂŒr den Fall, dass es keine Zeitzeugen mehr geben wird, welche ĂŒber diese berichten können.

Euthanasie-Opfer als Symbol fĂŒr den Kampf gegen das Vergessen: Welche Einzelschicksale inspirieren uns, uns dafĂŒr die Erinnerung einzusetzen?

Stolperstein fĂŒr Alfred KrumkĂŒhler, Neuenburger-Straße-21 in Bremen

„Jedes Opfer hat ein Recht darauf erkannt und benannt zu werden“.

Im Jahr 2014 kam der ehemalige Justiz- und Innensenator von Berlin, Dr. Erhardt Körting, zu dem Ergebnis, dass es aus juristischer Sicht sowohl fĂŒr die Opfer als auch fĂŒr ihre Angehörigen keine GrĂŒnde gibt, die gegen die Veröffentlichung der vollstĂ€ndigen Namen, Geburts- und Sterbedaten von Euthanasie- Opfern sprechen. Dies war das Ergebnis seines Gutachtens. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse sollen nun anhand der Nennung zweier Opferbiografien fruchtbar gemacht werden.

Lothar Böttinger

Der Sohn eines Polizeiwachemeisters, Lothar Böttinger aus Mannheim-Seckenheim, wurde laut Krankenakte als stark verblödet beschrieben, war jedoch seinen Eltern eine Hilfe im Haushalt. Nachdem er von zu Hause weggelaufen war, wurde er im April 1944 aufgrund einer Verschlimmerung seines Zustandes und mangelnder Überwachung von seiner Mutter in die Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch zurĂŒckgebracht. Von dort aus wurde er am 5. Juni 1944 mit einem Sammeltransport nach Hadamar ĂŒberfĂŒhrt. Dort verstarb er nach fĂŒnf Wochen am 14. Juli im Alter von 22 Jahren angeblich an einer Darminfektion.

Ein Brief der Anstalt an seine Mutter, der einen Tag vor seinem Tod geschrieben wurde, wirft Zweifel auf. In diesem Brief wurde darauf hingewiesen, dass Lothar Böttinger nicht arbeitsfĂ€hig war, nicht selbstĂ€ndig sitzen konnte und intensiver Pflege bedurfte. Es wurde betont, dass er stĂ€ndig im Bett gehalten werden mĂŒsse und sein Zustand lebensbedrohlich sei, da er an einer Darminfektion und hohem Fieber schwer erkrankt sei. Diese Informationen lassen darauf schließen, dass Lothar Böttinger möglicherweise ermordet wurde, da er nicht arbeitsfĂ€hig war und eine intensive Pflege benötigte.

Alfred KrumkĂŒhler

Alfred Friedrich KrumkĂŒhler war der Sohn eines Schiffsoffiziers. Nach Abschluss seines Unterrichts an der Volksschule strebte der junge KrumkĂŒhler mit 13 Jahren eine Lehre als KĂŒfer im Hafen von Bremen zu beginnen. Es wurde spĂ€ter bekannt, dass er wĂ€hrend seiner Lehrzeit stets in sich gekehrt war und selbst nach Abschluss derselben in die Arbeitslosigkeit entlassen wurde, wodurch er sich immer weiter zurĂŒckzog und seltsame Zuckungen im Gesicht entwickelte. Zu jenem, Zeitpunkt wandte sich seine Mutter an die Bremer Beratungsstelle fĂŒr Nerven- und GemĂŒtskranke, da ein Verdacht auf Schizophrenie bestand, woraufhin eine Einweisung in die Nervenklinik erwogen wurde. Schließlich wurde er auf eine Landpflegestelle auf einem Bauernhof gebracht, dort floh er.

„Ich bin fort, nicht wegen der Arbeit, sondern wegen meinen Nerven. In meinem eigenen Interesse. Ich muss unter Leute, Abwechslung und Ruhe haben. Hochachtungsvoll Alfred KrumkĂŒhler. Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen. Ich bin normal. GrĂŒĂŸen Sie die Anstalt“.

Diese Nachricht schrieb er auf einem Zettel, welchen er zurĂŒckgelassen hatte. Alfred KrumkĂŒhler wurde am 13. August 1942 zusammen mit 125 anderen Patienten in die hessische Anstalt Hadamar verlegt, wo er fast drei Monate ĂŒberlebte. Bei seiner Beerdigung erschien kein Angehöriger. Seit 2006 befindet sich in der Neuenburger Str. 21 ein Stolperstein fĂŒr ihn, initiiert von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern des Schulzentrums Walle. Diese Idee entstand nach einer FĂŒhrung durch die Dauerausstellung im Krankenhaus – Museum in Bremen und einem GesprĂ€ch mit einer Zeitzeugin. Es sei an dieser Stelle von besonderer Bedeutung zu erwĂ€hnen, dass der verstorbene, dessen Leben lediglich 28 Jahre umfasste, die Schulgemeinschaft insbesondere aufgrund seiner Biografie anspricht. Sein kurzes Dasein war von tiefgreifenden Erlebnissen geprĂ€gt, die auch Jugendliche aus der heutigen Zeit keineswegs unberĂŒhrt lassen.

Euthanasie-Verbrechen enthĂŒllt: Bildung als Weg zur Erkenntnis – SchĂŒlerstimmen, die schockieren und inspirieren!

In der BroschĂŒre richten wir den Fokus auf ein Thema, das oft im Schatten des Holocaust steht: die Euthanasie-Verbrechen wĂ€hrend der nationalsozialistischen Zeit. Dabei wurden SchĂŒlerinnen und SchĂŒler befragt, um ihre Meinungen und Ansichten zu verstehen, wie wichtig es ist, diesem oft vergessenen Thema Aufmerksamkeit zu schenken und darĂŒber aufzuklĂ€ren.

Viele SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, die befragt wurden, sind der Meinung, dass AufklĂ€rung ĂŒber die Euthanasie-Verbrechen von entscheidender Bedeutung ist. Sie betonen, dass dieses Thema nicht lĂ€nger im Schatten des Holocaust bleiben sollte. Durch AufklĂ€rung können wir nicht nur die Geschehnisse achten, sondern auch sicherstellen, dass sich solche schrecklichen Ereignisse nie wiederholen.

Bedenkenswerter Weise wussten viele SchĂŒlerinnen und SchĂŒler nicht viel ĂŒber dieses Thema, was auf den dringenden Bedarf an mehr Aufmerksamkeit und Informationen darĂŒber in den Schulen hinweist. Es ist von grĂ¶ĂŸter Wichtigkeit, dass dieses dĂŒstere Kapitel der Geschichte in den LehrplĂ€nen verankert wird, um sicherzustellen, dass kĂŒnftige Generationen sich bewusst sind, wie wichtig es ist, Diskriminierung und Unmenschlichkeit zu erkennen und zu bekĂ€mpfen.

Ein herzlicher Dank geht an alle SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, die an der Befragung teilgenommen haben. Ihre Meinungen und Gedanken sind von großem Wert und haben uns geholfen, die Bedeutung der AufklĂ€rung ĂŒber die Euthanasie-Verbrechen zu verstehen. Mit Ihrem Engagement helfen die SchĂŒler mit, dieses wichtige Kapitel unserer Geschichte ins Licht zu rĂŒcken und die Erinnerung an die Opfer am Leben zu halten. Ihre Teilnahme ist ein Schritt in Richtung einer inklusiveren und aufgeklĂ€rteren Gesellschaft.

Zitate:

„Ich finde, es hat so eine große Bedeutung, da es eine Möglichkeit bietet, den Opfern wenigstens einen minimalen Bruchteil ihrer MenschenwĂŒrde zurĂŒckzugeben, die so dermaßen in den Dreck gezogen wurde. Außerdem dient es der Vorbeugung, um so etwas Menschenverachtendes in Zukunft zu verhindern. Der beste Weg dazu ist meiner Meinung nach AufklĂ€rung“. (Violetta 18)

„Es ist von großer Wichtigkeit, dass wir die Opfer der Euthanasieverbrechen in Erinnerung behalten. Gerade heute, in Zeiten von sozialen Medien, haben vor allem viele junge Menschen eine Art Tunnelblick entwickelt und verdrĂ€ngen somit die Vergangenheit. Wir sollten uns jedoch unbedingt jeden Tag gegen das Vergessen einsetzen und uns bewusst vor Augen halten, welches Leid die Opfer tragen mussten“. (Emelie 18)

„Es ist so wichtig, dass man so etwas stets aufgreift, damit man einfach nicht vergisst, was Menschen anderen Menschen angetan haben, die es ebenso verdient haben, frei zu leben und geliebt zu werden wie jeder andere Mensch. Man sagt, Geschichte ist die Vergangenheit, aber sie lehrt uns immer wieder, dass Vergangenes nicht wiederholt werden darf und wie wichtig es ist, uns als Menschen zu verbessern, weil das das Mindeste ist, was wir tun können“.

(Nancy 19)

„Ich finde, es ist wichtig, das Thema in der heutigen Zeit aufzuarbeiten, damit wir die Motive und Taten der Menschen in der Vergangenheit verstehen und sie nicht vergessen, sondern im GedĂ€chtnis behalten, um sie nie wieder zu wiederholen. Die Opfer hatten damals nicht die Möglichkeit, sich zu Ă€ußern, und umso wichtiger ist es meiner Meinung nach, fĂŒr diese Menschen auch heute noch einzustehen und ihr Leiden der Gesellschaft mitzuteilen, auch um ihnen gerecht zu werden und das Andenken an sie zu bewahren.

Vieles in der heutigen Zeit ist erst ermöglicht worden, weil Menschen in der Vergangenheit Fehler gemacht haben. Nur durch die Menschenrechtsverletzungen von damals ist es heute möglich, die Menschenrechte so sehr zu ehren. Dies stĂ€rkt auch den Respekt und das MitgefĂŒhl in der Gesellschaft“. (Julian 19)

„Nachdem ich ĂŒber die BroschĂŒre gehört habe, ist mir erst einmal bewusst geworden, wie wenig ich ĂŒber dieses Thema aufgeklĂ€rt bin. Ich finde, insbesondere das Bildungssystem braucht diesbezĂŒglich dringend Aktualisierung“. (Sarah 18)

„Ich finde, dass die AufklĂ€rungsarbeit in der Schule im Bezug auf Euthanasieverbrechen weiterhin oder verstĂ€rkt erfolgen sollte. Das Ausmaß der Verbrechen und das Leid, das bei den Angehörigen hinterlassen wurde, ist vielen Menschen nicht bewusst und muss viel intensiver behandelt werden. NatĂŒrlich als Respektbezeugung gegenĂŒber den Opfern und Angehörigen, aber auch, um die nachfolgenden Generationen vor der Wiederholung eines solch schlimmen Verbrechens zu schĂŒtzen“. (Frieda 17)

„Ich finde es besonders wichtig, dass ALLE historischen Unrichtigkeiten, besonders die „Euthanasie“-Verbrechen, aufgearbeitet werden und nicht in Vergessenheit geraten, denn AufklĂ€rung und PrĂ€vention solcher Ereignisse sollten fĂŒr uns heute an erster Stelle stehen. Die Hunderttausende von Menschen, die zu Unrecht diesem Verbrechen zum Opfer fielen, werden hĂ€ufig unter den Teppich gekehrt und fĂŒhren ein Nischendasein hinter den Millionen Opfern des Holocaust. Jedoch ist es ein nicht weniger bedeutender Missstand, da er durch geringere KausalitĂ€ten verursacht wurde. All die grausamen Taten, die wir heutzutage leider nicht mehr rĂŒckgĂ€ngig machen können, verdienen es, gehört und aufgeklĂ€rt zu werden, um den Opfern Respekt zukommen zu lassen“.

(Helen 19)

Widmung

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesen Zeilen schreiben wir nicht nur ĂŒber die Vergangenheit, sondern auch ĂŒber unsere Gegenwart und Zukunft. Diese BroschĂŒre ist nicht nur ein Buch, sondern ein Aufruf zum Handeln, ein Versprechen, dass wir nicht vergessen werden. Es ist eine Widmung an die Opfer der Euthanasie, an jene unschuldigen Seelen, die durch die Gnadenlosigkeit des Unrechts ihre Stimme verloren haben.

Es ist schwer in Worte zu fassen, welches Leid diese Menschen ertragen mussten. Ihre TrĂ€ume wurden durch die Dunkelheit der Intoleranz erstickt, und ihre Hoffnungen wurden von einer grausamen Ideologie zerstört. Doch heute, in einer Zeit, in der wir die Möglichkeit haben, ihre Geschichten zu erzĂ€hlen, dĂŒrfen wir nicht schweigen.

Diese Opfer waren keine Namenlose, keine Nummern, sondern Menschen mit Geschichten, TrĂ€umen und Hoffnungen. Sie waren MĂŒtter und VĂ€ter, Schwestern und BrĂŒder, Freundinnen und Freunde. Sie waren genauso wie wir, und sie verdienen es, respektiert und erinnert zu werden. Es ist unsere Verantwortung sicherzustellen, dass ihre Erinnerung nicht nur in den Seiten dieser BroschĂŒre, sondern auch in unseren Herzen lebendig bleibt.

Das Unrecht der Euthanasie war lange Zeit ein dĂŒsteres Geheimnis, ein Tabu-Thema, ĂŒber das man kaum sprach. Doch heute haben wir die Macht, dieses Schweigen zu durchbrechen. Wir haben die Möglichkeiten, ihre Geschichten zu teilen und sicherzustellen, dass ihr Leid nicht vergeblich war. Jede Seite dieses Buches ist ein Schrei nach Gerechtigkeit, ein Appell an die Menschlichkeit und ein Versprechen, dass wir nicht zulassen werden, dass ihre Opfer vergessen werden.

Lasst uns gemeinsam gegen das Vergessen kĂ€mpfen. Lasst uns ihre Leben ehren, indem wir uns gegen jede Form von Ungerechtigkeit erheben. Lassen Sie uns ihre Namen aussprechen und ihre Geschichten erzĂ€hlen, damit ihre Opfer nicht umsonst waren. Diejenigen, die ihre Stimmen nicht erheben konnten, haben nun uns, um fĂŒr sie zu sprechen. Möge diese BroschĂŒre nicht nur ein Buch sein, sondern ein lebendiges Mahnmal fĂŒr diejenigen, die durch die Grausamkeit des Menschen ihr Leben verloren haben.

In Dankbarkeit fĂŒr Ihr Interesse, Ihre Empathie und Ihr Engagement im Namen derer, die nicht mehr fĂŒr sich selbst sprechen können.

Mit herzlichen GrĂŒĂŸen,

Miriam Cardaci

WeiterfĂŒhrende Literatur:

  • Braß, Christoph: Zwangssterilisation und >Euthanasie< im Saarland 1935 – 1945, Panderborn, MĂŒnchen, Wien, ZĂŒrich: Verlag Ferdinand Schöningh GmbH, 2004.
  • Engelbracht, Gerda: Erinnerungsbuch fĂŒr die Opfer der NS – Medizinverbrechen in Bremen, 1. Aufl., Rotenburg: Edition Falkenberg e.K. Verlag, 2016.
  • Hohendorf, Gerrit: Der Tod als Erlösung von Leiden, Göttingen: Wallstein Verlag, 2013.
  • KĂŒhl, Richard / OhnhĂ€user, Tim / Westermann Stefanie: NS – „Euthanasie“ und Erinnerung, 3. Aufl., Berlin: LIT Verlag, 2020.

Bildquellen:

http://www.gedenkstaette-grafeneck.de/startseite/geschichte/_euthanasie_-verbrechen.html

https://taz.de/Historiker-ueber-Euthanasie-Verbrecher/!5515166/

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/MKNQZRRPSRFHIBDLGPUMWJXWDC6BZSWV

https://www.gedenkstaette-hadamar.de/blog/2023/01/09/17-januar-1941-der-erste-transport-vom-kalmenhof-nach-hadamar/

https://www.gedenkstaette-hadamar.de/geschichte/aktion-t4-1941/

https://www.mdr.de/geschichte/ns-zeit/politik-gesellschaft/zwangssterilisation-euthanasie-gesetz-zur-verhuetung-erbkranken-nachwuchses-100~amp.html